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Alte englische Fischerpullover, auch Gansey genannt

Als ich das Buch: Pullover für Wind und Wetter zum ersten Mal in der Hand hielt war ich fasziniert.
englische Fischermannschaft aus ca. Anno 1600 Geschrieben wurde es von Sabine Domnik, erschienen ist es im Augustus Verlag.
Benutzt hat man dort Schachmayr Wolle.
Dies soll nur ein Vorwort sein, zu dem was folgt, denn ich will weder das Buch voll zitieren, noch mich mit fremden Federn schmücken. Ich meine nur, ich habe es schon sehr lange, und es ist es wert weitergegeben zu werden.

Von den ersten Gansey's hörte man so um 1700.
Es wurde eine Industrie draus, denn England war alles Andere als reich. Es heisst, die Männer fuhren raus zum Fischen, die Frauen spannen die Wolle der Schafe. Weiterverarbeitet wurde die Wolle dann wiederum von den Männern.
Richtig gelesen, es waren die Männer, die die Pullover strickten. Jedenfalls zu Anfang. englischer Sonntagspullover aus ca. Anno 1700

Obiges Mannschaftsbild zeigt einen Fischerpullover aus der Gegend Filey. Das soll heissen, ein jeder Ort hatte damals sein eigenes Strickmuster. Verunglückte ein Schiff, fand man einen Fischer, der es nicht überlebt hatte, so wusste man anhand seiner Pullovers in welchen Ort er gehörte.

Es ist dieser Effektfaden, der macht aus sauberen und klaren Maschen etwas weiches, Kuscheliges, geheimnisvolles. Irgendwie komme ich um den Mr. Spock-Spruch, faszinierend, nicht vorbei. Jedesmal wenn ich dieses Garn verarbeite, egal in welcher Farbe. Trotzdem wird es nicht hart und kratzig. Die Flauschfäden sind dazu zu kurz.

englischer Fischerpullover, Muster aus ca. Anno 1700 - ca. 1950 Jetzt war ich mit dem Mannschaftsgansey beschäftigt. Er ist fertig und man kann ihn hier besichtigen.
Auch diesmal habe ich diesen faszinierenden Effektfaden drin, allerdings in rot.

Sagen wir es mal so:
darin sind die Muster Treppen (Zöpfe) und Leitern. Sie stehen für Erfolg und gute Heimkehr.
darin sind die Farben der Liebe (von rot bis hellrosa), Hoffnung und Treue (vier verschiedene -Türkistöne, die ja aus grün und blau entstehen).

Da es jetzt ja Frühjahr ist habe ich Wolle, Merino, Synthetik und viel Viscose gemixt. Er glänzt aber so gut wie gar nicht.
Dieser Pulli ist etwas für den Übergang, aber auch für kühle Sommertage.

Ich habe ihn einer weiblichen Vorführpuppe angezogen, aber wie man auf dem Bild ganz oben sieht ist er genauso gut für Männer geeignet.

Eine weitere wichtige Bemerkung. Man darf einen Gansey nicht mit zu dickem Garn stricken. Jedes Muster in ihm hat seine eigene Bedeutung.
Sie heissen z. B. Treppen (Zöpfe) und Leitern in diesem Gansey und stehen für Glück und Leben, und gleichzeitig für eine glückliche Heimkehr.
Man sollte nicht zu dicke Wolle verwenden, lieber die Stricknadeln eine Nummer zu klein.
Warum? Gute Wolle und das Muster selbst sorgen gleichzeitig für Wärme und Bequemlichkeit.
Mit zu dicker Wolle würde man es auf Dauer nicht aushalten, gleichzeitig würde der Pullover seinen Charme verlieren.



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